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8. Großes Chorsingen im Findlingspark Nochten

veröffentlicht um 20.09.2015, 13:25 von Jürgen Zill   [ aktualisiert: 22.09.2015, 15:05 ]


Also hat uns der Ostsächsische Chorverband nach Nochten beordert. Da ich aus dem 10 km entfernten Weisswasser stamme und dort beim Abitur in Musik geprüft wurde, war es für mich natürlich Ehrensache, dort zu singen! Und für alle anderen Bergfinken auch! Wir Bergfinken haben es ja mit dem Klettern auf Gipfel, der Bergromantik und den dazugehörigen Liedern. Aber: bei aller Höhenlust bleiben wir bodenständig und wissen, dass für unsere Heimat auch die Tiefen bedeutsam waren und sind. Lange bevor wir begonnen haben, auf die Berge zu steigen, um so etwas wie Gipfelglück zu spüren, haben sich Menschen tief in das Innere der Berge gegraben, um ihre Schätze zu finden und (wieder dieses Wort:) zu bergen!

Und aus dem, was sich unter der Erde verbirgt, entsteht ein großer Teil unseres Wohlstands, auch erzeugen wir damit die Energie, die das Leben heute so annehmlich macht.

Nur annehmlich? Nein, denn gerade Nochten ist einer der Orte, der die Folgen unseres Hungers nach Rohstoffen und Energie gespürt hat - denn Teile dieses Dorfes mussten dem Braunkohlentagebau weichen.

Ja, wir haben den Bergen - ob wir obenauf oder tief drin sind - viel zu verdanken. Wenn sich in alten Zeiten herumsprach, dass irgendwo in der Erde etwas Wertvolles zu finden ist, nannte man das "Berggeschrey". Und die Leute aus nah und fern kamen in der Hoffnung, ihr Glück zu machen. Auch wenn es für die meisten eher Mühsal ohne Ende war, immerhin musste man nicht hungern.

Weil wir Bergfinken das Glück haben, die Berge  meistens von oben zu sehen, haben wir in Nochten statt des Berggeschreis unsere  Berglieder angestimmt. Das Nachmittagsprogramm startete aber erst mal mit 3 gemeinsamen Liedern der beteiligten Chöre. Na ja, hier waren wir nicht ganz textsicher, auch Textvarianten waren zu hören. Aber immerhin haben wir sogar beim Trinkkanon trotz der Riesenbesetzung schließlich noch die Kurve gekriegt - dem Dirigenten sei Dank! Dann waren wir dran, aber nach ein paar Liedern passierte es mal wieder - ein kräftiger Regenguss vertrieb zuerst die Zuhörer und dann auch uns. Rettung gab es im Empfangsgebäude des Findlingsparks, genügend Platz für uns und eine ganze Menge Publikum, auch wenn sich viele Zuhörer nicht ganz herein getraut haben. Dort haben wir unser Programm fortgesetzt, mit reichlich Beifall und zwei Zugaben, deshalb denke ich, wir haben das Publikum und die Veranstalter vom Chorverband nicht enttäuscht!         

 Uwe Schelinski












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