Aktuelles‎ > ‎

Wintersonnenwende

veröffentlicht um 23.12.2013, 10:39 von Jürgen Zill   [ aktualisiert: 23.12.2013, 10:53 ]
An Winter war bei diesen Temperaturen nicht zu denken.
Trotz fehlender weißer Dekoration, stand der durch fleißige Bergler errichtete Holzhaufen zum Oxydieren bereit.
Auf die traditionelle Sonnenwendrede hatte sich unser Gockel vorbereitet.
Für die Bergfreunde, die nicht zur "Kleinen Liebe" pilgern konnten, hier die Rede zum nachempfinden:

Auf den Bergen wohnt die Freiheit, auf den Bergen wohnt das Licht! Liebe Bergfreunde, herzlich willkommen zur traditionellen Sonnenwende des SBB hier an der Kleinen Liebe im Herzen unserer „Huggel“.

Im Mittelpunkt steht wie jedes Jahr ein mächtiges, gefriergetrocknetes Feuer, das wieder von vielen fleißigen Händen in Richtung Himmel und Sterne geschichtet wurde, bevor es nun bald unter allgemeiner Anteilnahme den grausigen Feuertod finden wird. Aber wir sind ja nicht mehr im Mittelalter und auch unsere Vorstellungen und Auffassungen des Begriffes „Freiheit“ haben sich geändert. War es vor 300 Jahren noch erstrebenswert, frei von Frondiensten zu sein, schreibt der Brockhaus von 1930 bereits von der Freiheit als Unabhängigkeit von äußeren Zwängen, von Willensfreiheit. Wir ach so modernen Menschen denken dabei eher an Selbstbestimmung und Verwirklichung , so wie des öfteren am Samstagmorgen auf der Hütte, wenn in einer Telefon-Rundkonferenz das gemeinsame Kletterziel ausgemacht wird. Das es wie dort im Kleinen auch im großen und sensiblen Gebilde der sächsischen Bergsteiger unterschiedliche Meinungen gibt, gehört zum unserem Bergerleben ebenso wie der Schulterriss oder der einsame Bergpfad und der Händedruck am Gipfel. Das Ziel bleibt doch stets gleich und auch mit dem NP ist alles in Butter. 

Die Freiheit ist ein wundersames Tier, doch manche Menschen haben Angst vor ihr, heißt es in einem Liedtext, der vor der Wende viel am Lagerfeuer gesungen wurde. Diese beklemmende Gefühl der Angst hat jeder von uns schon mal erlebt, sei es die Angst vor der eigenen Courage in einem schweren, ungesichertem Weg oder bei einem aufziehenden Gewitter in den hohen Bergen. Wer Angst hat, lebt länger. Umso erfüllender ist es, sie zu überwinden und seine ureigene Freiheit am Berg zu fühlen..

Auch unser Bergsteigerbund hat sich die Freiheit genommen, sein Vereinszentrum zu planen und demnächst auch zu bauen. Zur Freiheit gehören immer auch Köpfeund Hände, welche aus Träumen Tatsachen zaubern.  Vor nunmehr fast 150 Jahren nahmen sich 6 wackere Turner aus Bad Schandau die Freiheit, dem König des Gebirges, unserem Falkenstein auf`s Haupt zu steigen. Dies gilt als die Geburtsstunde des Sächsischen Bergsteigens und soll auf den Tag genau am 6. März mit einer hoffentlich von euch zahlreichen besuchten und von gutem Steigerwetter umrahmten Jubiläumsbesteigung gewürdigt werden. Und weil diese unsere Freiheit auch immer den Blick nach vorn wagen sollte, gibt es am 8. März einen Zukunftskongress des SBB in Dresden.  In diesem Zusammenhang hat wohl mancher gehört, dass  große Logistikfirmen derzeit die Zustellung von Paketen mittels Drohnen testen. Wir Schlappseiler haben uns überlegt, wie diese Innovation in unseren Bergen genutzt werden kann, etwa zur Getränkeversorgung des Bergsteigers am oder auf dem Berg. Es ist doch beim besten Willen nicht zu verachten, am 3. Ring der Goldstein-Südwand im Hochsommer ein kühles Mineralwasser serviert zu bekommen. Einen ersten möglichen Prototyp möchten wir euch ebenfalls am 8. März zum Schlappseilfasching im Gasthof Dresden-Weissig vorstellen.

Karten für diese Pflichtveranstaltung mit Musik, Schwatz und Aufführungen einzelner Klubs gibt es auch hier an den beiden Glühweinbuden.

Nun aber Schluß mit der Warterei, allen Bergfreunden ein kräftiges Berg Heil und Flamme empor!

Jörg Hähnel




Comments